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Julia am Alten Rathaus

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Die Julia am Alten Rathaus

O Romeo! Warum denn Romeo? Verleugne deinen Vater, deinen Namen! (…) Schwör dich zu meinem Liebsten, und ich bin länger keine Capulet.“ (Julia, 2. Akt, Szene 2)

Man hört förmlich Julias verzweifelt flehenden Ton in ihren Worten, als sie erfährt, dass ihr Auserwählter der verfeindeten Familie Montague angehört.

Shakespeare hat mit „Romeo und Julia“ im 16. Jahrhundert die bis heute wohl bekannteste Liebesgeschichte verfasst: Die gerade einmal dreizehnjährige Julia aus dem Hause Capulet in Verona verliebt sich in den schönen Romeo – dem Sohn der mit den Capulets (aus nicht geklärten Gründen) verfeindeten Montagues. Als Julias Cousin Wind von der verbotenen Liebe bekommt, fordert er Romeo zum Duell – und erliegt dem Kampf. Romeo wird zur Strafe aus Verona verbannt. Julia wird von den Eltern gedrängt, einen anderen zum Mann zu nehmen. Um dem zu entgehen, betäubt sie sich mit einer schwachen Dosis Gift, um für tot gehalten zu werden und in diesem Zustand auf die Rückkehr ihres Romeos zu warten.

Romeo und Julia – die tragischen Liebenden

Romeo erhält den Brief, in dem Julias Vorhaben erklärt wird nicht, denkt, seine Geliebte sei gestorben. Verzweifelt eilt er zu der vermeintlich Toten – kann den Schmerz nicht ertragen und nimmt sich das Leben. Julia erwacht, sieht ihren toten Geliebten neben sich und erdolcht sich. Romeos Worte „Ist Liebe ein zartes Ding? Sie ist zu rau, zu wild, zu tobend und sie sticht wie Dorn“ (Romeo, 1. Akt, Szene 4) zu Beginn der Geschichte wirken nun wie ein düsterer Vorbote.

Über den schrecklichen Tod ihrer Kinder versöhnen sich die Capulets mit den Montagues.

Julia Capulet in München

Die Originalstatue der Julia Capulet steht in Verona. Die bronzene Figur in München am Alten Rathaus ist ein Geschenk der Stadt Verona an München aus dem Jahr 1974, zum gemeinsamen Gründungsjubiläum der Stadtsparkasse. Offiziell besiegelt wurde die Stadtpartnerschaft im Jahre 1960; schon davor bestand zwischen den beiden Städten eine Handelspartnerschaft. Auf unserer Glücksorte-Tour können Sie sie entdecken.

Trubel in Verona – Stille in München um Julia

Vor Kurzem war ich in Verona – und wollte natürlich die bronzene Julia besuchen. In einem Innenhof, der willkürlicherweise als der Schauplatz der Balkonszene aus Romeo und Julia bestimmt wurde, steht sie. Doch es ist ein schwieriges Unterfangen, zu ihr zu kommen: Hunderte von Touristen aus aller Herren Länder drängen sich in den Hof, rempeln sich zu Julia, um die Staue zu berühren und – dem Aberglauben nach – Glück in der Liebe zu erlangen. Teenager verewigen sich an der „Liebeswand“ im Innenhof, manche stecken kleine Briefchen in die Ziegel hinter Julia. Um ein Foto von Julia für euch zu ergattern, musste ich lauthals darum bitten, für fünf Sekunden von der Statur abzulassen, um sie ohne grinsende und tätschelnde Touristen einzufangen.

In München dagegen ist die Statue von Julia Capulet recht unbeachtet – versteckt hinter dem ehemaligen Stadttor steht sie, manchmal hat ihr ein dankbar Verliebter oder hoffend Bittender Blumen in den Arm gelegt. Während in Verona fast der gesamte Bronzekörper von den vielen Berührungen schon golden glänzt, schimmert bei Münchens Julia nur die rechte Brust.

In den kommenden Wochen werden wieder viele Touristen aus Julias Heimatland Italien nach München kommen, um die Wies’n zu besuchen. Vielleicht findet ja der ein oder andere Besucher zu Münchens versteckter Verona und berührt die Brust der Schutzpatronin der Liebenden – denn wer sehnt sich nicht danach, nach Glück in der Liebe?

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Cathérine Fischer

AutorIn des Beitrags

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