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Der Wittelsbacherbrunnen am Lenbachplatz

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Vor allem abends entfaltet dieser Brunnen seine zauberhafte Atmosphäre: Der Wittelsbacherbrunnen am Lenbachplatz. In goldenen Strömen rauscht dann das Wasser des auch nachts beleuchteten Brunnens. Es sprudelt über die großen Brunnenschalen in der Mitte, fällt platschend hinein in das erste tiefe Bassin, verteilt sich über mehrere bauchige Muscheln aus Kalkstein und sammelt sich schließlich im 25 Meter großen Umfassungsbecken.

Es ist ein besonders milder Sommerabend, es riecht nach der im Boden und den Bäumen eingespeicherten Wärme. Ich setze mich an den von einem vergangenen Sommertag noch warmen Beckenrand und betrachte die imposanten Steingebilde über mir.

Zerstörungs- und Segenskraft des Wassers

An den Seiten des Wittelsbacherbrunnens steigen zwei überlebensgroße Figuren auf: Links ein muskulöser Jüngling auf einem sich aufbäumenden Pferd, das statt eines Schweifes einen Fischschwanz trägt. Rechts eine schöne Amazone auf einem Stier, der ebenfalls zur Hälfte Fischwesen ist. Die beiden Figuren stellen die Eigenschaften des Wassers allegorisch dar: Der junge Mann mit zornigem Gesichtsausdruck holt mit einem Felsbrocken in der Hand zum Wurf aus, auch sein Pferd wirkt gefährlich, wild. Sie stellen die zerstörerische Kraft des Wassers dar. Die junge Frau sitzt gelassen, im Damensitz auf dem mächtigen Stier. In der linken Hand hält sie eine (Wasser-)schale, als biete sie diese jemandem an. Diese Figur steht für die Segenskraft des Wassers, die die Menschen erfahren, nachdem seine Kraft vom Menschen gebändigt wurde.

Ein Brunnen für die Wittelsbacher

Der Name des Brunnens verrät es: Er ist zu Ehren des Hauses Wittelsbach errichtet worden. Der Sockel, der die beiden Schalen trägt, aus denen das Wasser quillt, zeigt demzufolge auch die Wappen der vier bayrischen Stämme des Wittelsbacher. Männliche und weibliche Wassergottheiten als Masken, von ungebändigten Haarmähnen umflossen, stehen für die Kraft des Wassers als Ursprung alles Lebendigen.

Trinkwasser in Münchner Brunnen

Gestiftet wurde der Brunnen von der Stadtgemeinde München, als Symbol für die im Jahr 1883 fertiggestellte Trinkwasserversorgung der Stadt. Münchens Trinkwasser wird zu einem großen Teil aus dem Mangfalltal gewonnen und gilt als eines der saubersten Trinkwasser in ganz Europa. Aus 125 der insgesamt rund 700 Brunnen in München, von denen circa 190 in städtischer Obhut sind, sprudelt Wasser in bester Trinkwasserqualität. Das Wasser, das direkt aus den Fontänen quillt, kann also bedenkenlos getrunken werden, solange es kein explizites Hinweisschild verbietet.

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Cathérine Fischer

AutorIn des Beitrags

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