Der Westpark

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Asiatische Tempel und Salas – offene Pavillons – mitten in München? Im 60 Hektar großen Westpark tauche ich in eine fernöstliche Welt ein und stille mein Fernweh ganz ohne Flugticket …

Ein Zeichen für Toleranz

Eine neun Meter hohe Buddha-Statue im Osten des Parks steht in einem Wasserbecken, in dem ich immer wieder kleine runde Köpfe auftauchen und flache Körper im Wasser liegen sehe: Wasserschildkröten treiben sich um den bunt strahlenden Pavillon. Die Statue, das erste freistehende Buddha-Heiligtum in München, ist gedacht als „Zeichen für Toleranz und Aufgeschlossenheit gegenüber Andersdenkenden“. Ein thailändischer Bildhauer hat die Figur im Jahr 1994 aus einem Ahorn-Baumstamm mitten im Marienhof ausgeschlagen. Vielleicht versinnbildlicht die Fertigung eines asiatischen Buddhas aus dem Holz eines Baumes aus europäischen Breitengraden auch jene Idee von Gemeinsamkeit.

Weg des Lebens im Garten von Duft und Pracht

Ich schlendere noch weiter durch den asiatischen Teil des Westparks, der im Rahmen der internationalen Gartenausstellung 1983 angelegt wurde. Ein grünumrankter Rundbogen führt mich in einen chinesischen Garten. Seine Gestaltung ist aus der Beteiligung der Volksrepublik China an der internationalen Gartenausstellung entstanden. Der Rundgang durch den Garten soll den Weg durchs Leben symbolisieren: Ich gehe einen geschwungenen Weg entlang– schließlich verläuft das Leben ja auch nicht immer geradlinig – gehe vorbei an blühenden Pflanzen (sie stehen für den Frühling und Sommer des Lebens), hin zu schlichteren Gewächsen. Kiefer, Bambus und ein Pflaumenbaum versinnbildlichen die Tugend der Zähigkeit im Alter, die Fähigkeit ausharren und sich anpassen zu können. Im „Pavillon des Winters“ kann der Spaziergänger sich setzen und ausruhen, und: Auf den restlichen Garten zurückblicken, wie er irgendwann einmal auf sein gelebtes Leben zurückblicken wird.

Ein Park für alle Sinne

Verlässt man den asiatischen Bereich der Anlage, lässt man eine eigene Welt zurück. Doch auch die anderen Teile des Parks laden zum Träumen ein, zum Gehen, zum am See sitzen, an Rosen riechen, Radler trinken oder Schaukeln. Geplant hat den Garten der Landschaftsarchitekt Peter Kluska – derselbe, der auch das Kabinettsgärtchen entworfen hat. Erstaunlich, denn der Westpark ist so anders mit seinen geschwungenen Wegen, großen Seen und der üppigen und vielfältigen Bepflanzung… Derzeit ist der ganze Westpark in den herrlichen süßen Duft von Lindenblüten gehüllt – wartet also nicht zu lange, bevor ihr diesen Park mit seinen außergewöhnlichen fernöstlichen Stimmungswelten aufsucht!

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Cathérine Fischer

AutorIn des Beitrags

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