Die Maximiliansanlagen

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Wer den Blick vom in der Sonne glänzenden Friedensengel nach links und rechts wandern lässt, sieht sie, durch dichte Baumkronen hindurch: Die Maximiliansanlagen …

„Harmlos
Wandelt hier
Dann kehret
Neu gestärkt
Zu jeder Pflicht zurück“

Dieses kurze Gedicht ziert die im Volksmund “Harmlos” genannte Statue eines Jünglings am Eingang zum Englischen Garten, ganz in der Nähe des Prinz-Carl-Palais. An diese Worte denke ich heute, als die Luft in der großen Bibliothek am Geschwister-Scholl-Platz bei fast 30 Grad Außentemperatur stickig wird. Ich verlasse die Universität mit hallenden Schritten, steuere auf mein wartendes Fahrrad zu und trete in die Pedale, um die Maximiliansanlagen am Friedensengel anzusteuern – die Parkanlagen, die ich auf meiner Erkundungstour durch Münchens weniger bekannte Parks noch besuchen möchte. 

Ein Park für einen Engel

Allein der Weg zu den Maximiliansanlagen ist traumhaft schön: Schon von Weitem sieht man den in der Sommersonne golden leuchtenden 38 Meter hohen Friedensengel. Er ist als Friedensdenkmal für 25 Jahre Frieden nach dem Deutsch-Französischen Krieg aufgestellt worden. In der rechten Hand hält der Engel einen Ölzweig, als Symbol des Friedens, in der Linken ein Abbild der Göttin Athene, die für Weisheit und Kampf steht. Man sagt, sein Blick sei in Richtung Paris gerichtet, um die Franzosen mahnend an den beschlossenen Frieden zu erinnern. Doch die Sonne blendet heute stark, und ich wende meinen Blick von der glänzenden Statue ab und schaue auf die Isar, als ich die Brücke überquere.

Ungeahnte Üppigkeit

Zugegeben, bei der Hitze fällt es schwer, die Anhöhe links neben dem Friedensengel hinaufzutreten. Doch meine Anstrengungen werden belohnt: Ich befinde mich in einem kleinen Waldabschnitt, ein gewundener Weg ist von Kühle spendenden Bäumen umgeben, sogar ein kleiner, romantisch eingewachsener Teich liegt plötzlich vor mir.

Die Altstadt zwischen alten Baumkronen

Nachdem ich meinen Blick ein wenig auf dem versteckten Teich habe ruhen lassen, wechsle ich oben, hinter dem Friedensengel, die Seite und fahre durch den rechten Teil der Anlagen. Die linke Seite war eher waldähnlich, zugewachsen, schattig; auf der rechten Seite finde ich einen weitläufigen Park am Hügel, mit gepflegten großen Rasenflächen. 1857 wurde Carl von Effner beauftragt, diese Anlagen auf dem rechten Isarufer zwischen Haidhausen und Bogenhausen zu errichten. 30 Hektar sind die Maximiliansanlagen groß und bevor die Münchner diese Fläche als Park nutzen durften, wurde sie als Schafweide genutzt.

Während ich die schwüle Sommerluft an mir vorbeisausen fühle, erhasche ich zwischen den Baumkronen immer wieder einen Blick auf die Altstadt. Neu gestärkt, durch Schatten und Grün, kehre ich nun zu meiner Pflicht zurück. Und bergab fühlt sich die Sommerluft nicht mehr ganz so schwül an!

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Cathérine Fischer

AutorIn des Beitrags

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