Der Löwe an der Mariensäule auf dem Marienplatz

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Der Löwe an der Mariensäule auf dem Marienplatz

Die Symbolik des Löwen ist vielfältig. Steht der Löwe auch für Tugenden wie Stärke, Mut, Kraft und Königlichkeit, wird die bronzene Löwenfigur an der Mariensäule negativ gesehen. Ich stelle mich auf die Zehen und sehe genauer hin. Dieser Löwe hat einen Drachenschwanz – den Schwanz des Tieres, das von jeher für das Böse, zu Bezwingende steht. Gegen welche Mächte richten die vier kämpfenden Engel an der Mariensäule ihre Schwerter und Schilder? Und wofür steht der Löwe an der Mariensäule auf dem Marienplatz?

Der Löwe steht für eines der vier Grundübel der Menschheit

Es sind die vier Gründübel der Menschheit, die hier bekämpft werden sollen: Hunger, die Pest, Ketzerei und – Krieg. Der Drache steht für den Hunger: man stellte sich vor, wie er mit seinem Feueratem Ernten zerstörte. Dann symbolisiert das Fabelwesen Basilisk die Pest, während die verräterische Schlange Symbol der Ketzerei ist. Der Löwe verkörpert hier das Übel des Krieges. Eigenschaften wie Stärke und Kraft des Löwen wandeln sich in dieser Darstellung in die Aggressivität und Zerstörungskraft des Krieges.

Maria auf der Mariensäule als Beschützerin Münchens

Auf dem Schild des Engels lese ich „ET LEONEM“. Gegen den Löwen, symbolisch also gegen den Krieg, sind die Waffen des dicklichen Putto gerichtet.

Die Heldenputti auf dem Marienplatz beziehen sich auf den Psalm 91, Vers 13, in dem es heißt: „Über die Schlange und den Basilisken wirst Du gehen und den Löwen und den Drachen wirst Du zertreten“. Damit ist Maria gemeint, die als Schutzpatronin Bayerns, die über diesem Übel stehen und die Stadt und seine Bewohner vor den vier Grundübeln der Menschheit zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges bewahren soll.

Ich betrachte noch einmal den drachenschwänzigen Löwen an der Mariensäule und die anderen symbolhaften Kreaturen und denke mir: Haben wir nicht noch heute, 400 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, noch immer mit ähnlichen „Grundübeln“ auf der Welt zu kämpfen?

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Cathérine Fischer

AutorIn des Beitrags

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