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Fantastische Welten im Palais des Grafen von Preysing

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Er war der Obristkämmerer, Prinzenerzieher und bester Freund des Kurfürsten Karl Albrecht, sein engster Berater:  Johann Maximilian IV. Emanuel Graf von Preysing. Sein Domizil hatte er der Residenz genau gegenüber, hinter dem damals noch stehenden Schwabinger Tor, dem Nordausgang des alten Münchens. Doch in den Augen seines Fürsten war sein Haus eher eine Behausung und offensichtlich eines so hochrangigen Bediensteten nicht würdig. So musste sich Graf von Preysing nicht selten spöttische Bemerkungen über sein nicht standesgemäßes Wohnen gefallen lassen.

Von der Hütte zum Palast

Eines Tages hatte er wohl genug von Hohn und Häme und engagierte keinen geringeren als Joseph Effner als Baumeister seines neuen Stadthauses. Fünf Jahre lang, von 1723 bis 1728, wurde nun gebaut, und zwar in solcher Hast, wie man sagt, dass die Maurer Nachtschichten bei Fackelschein einlegen mussten.

Münchens erstes Rokoko-Juwel

Das Ergebnis war jedoch überwältigend: München bekam seinen ersten Rokoko-Palais, dessen Ausstattung seines Gleichen suchen konnte und schon damals für einiges Aufsehen sorgte. Unter Anderem glänzt der Prunkbau mit exquisiter Stuckatur, die wie dem Dominiks Zimmermann zu verdanken haben, der auch die berühmte Wieskirche gestaltete. An nichts wurde gespart – sogar die muschelförmigen Futternäpfe für die Pferde wurden aus feinstem rotem Marmor gefertigt und kosteten ungeheure 25 Gulden – das Stück!

Eine noble Adresse …

Der Zweite Weltkrieg hätte uns fast dieses Juwel, das sich mittlerweile unmittelbar hinter der neu errichteten Feldherrnhalle befindet, genommen. Doch Erwin Schleich gelang es das Gebäude nach alten Vorlagen zu rekonstruieren. Zugänglich für die Öffentlichkeit ist werktags die Prunktreppe mit den fantastischen Karyatiden, die Treppe stützende mythische Gestalten. Heute zählt der Preysing-Palais wieder zu den nobelsten Adressen der Stadt.

… ein Feuerwerk der Fantasie!

Der Besuch dieses Meisterwerks höfischer Architektur ist lohnend: Überall begegnen wir fantastischen Wesen, Blättergesichtern, die uns auf Schritt und Tritt beobachten, mythischen Gestalten wie Nymphen und Faunen, die sich wortlos und im Geheimen über unsere Köpfe hinweg auszutauschen scheinen, Göttinnen und Eroten, wie der Strategin Minerva, in arkadische Landschaften – ein Feuerwerk der Vorstellungskraft, üppig und verschlungen, rätselhaft und zuweilen irritierend in seiner Vielfalt und barocken Bildersprache. Da wimmelt es nur so vor Symbolen, Pflanzenornamenten und Tieren. Genug, um sich eine ganze Weile darin zu vertiefen …

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Christopher Weidner

AutorIn des Beitrags

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