Die Frauenkirche ist das Wahrzeichen Münchens. Verglichen mit anderen gotischen Kathedralen wirkt sie beinahe schlicht: keine reich verzierte Fassade, kein steinernes Figurenmeer, kaum äußere Pracht. Doch hinter ihren mächtigen Backsteinmauern verbirgt sich ein kunstvolles Geflecht aus Zahlen, Symbolen und geheimnisvollen Geschichten.
Unsere Spurensuche beginnt vor der Kirche. Portale, Steinmetzzeichen und eine alte Sonnenuhr erzählen von ihren Erbauern. Besonders rätselhaft sind die beiden Türme mit ihren welschen Hauben. Sie erinnern an einen Bau, der im Mittelalter für den Tempel Salomons gehalten wurde. Sollten sie den Eingang zum Himmlischen Jerusalem markieren – oder sogar Himmelsleitern darstellen?
Auch die Geometrie des Doms scheint einer verborgenen Ordnung zu folgen. Die Zahlen Fünf und Zehn kehren in Fenstern, Fassadenflächen und Grundriss wieder. Auffällige Proportionen und Säulenreihen lassen sich als Hinweise auf Vollkommenheit, Schöpfung und die Verbindung von Himmel und Erde lesen.
Im Inneren führt der erste Weg zum berühmten Teufelstritt. Von diesem einen Punkt aus scheinen sämtliche Fenster verschwunden zu sein, obwohl der Kirchenraum von einem beinahe überirdischen Licht erfüllt wird. Hat der Baumeister den Teufel tatsächlich überlistet? Stammt der Abdruck von einem ungewöhnlich starken Wittelsbacher – oder verbirgt sich dahinter eine ganz andere Bedeutung?
Beim Rundgang durch den Kapellenkranz entdecken wir rätselhafte Marienbilder, Rosen, Ähren und andere Zeichen. Korallen sollen vor Unheil schützen, Drachen werden von Heiligen bezwungen, und vertraute christliche Darstellungen eröffnen überraschende Verbindungen zu älteren Mythen. Auch Kaiser Ludwig der Bayer und das Haus Wittelsbach haben hier ihre Spuren hinterlassen.
Hoch oben im Gewölbe befindet sich schließlich eine geheimnisvolle Öffnung. In der mystischen Deutung wird sie zu einer senkrechten Verbindung zwischen Himmel und Erde – einer unsichtbaren Himmelsleiter. Die Tour verbindet Baugeschichte und Münchner Sagen mit christlicher Symbolik und Zahlenmystik und zeigt dir die Frauenkirche als einen vielschichtigen Mysterienraum.



