Skip to content

Kraftorte der Liebe, Ordnung und Erkenntnis

Klicke auf das Bild für eine Vollbildansicht.

Kraftorte lassen sich  in drei Kategorien zusammenfassen, je nach der Grunderfahrung, die sie zur Verfügung stellen: es gibt Orte der Liebe, der Ordnung und der Erkenntnis. In diesen drei Kategorien finden wir drei Grundbedürfnisse, die alle Menschen miteinander teilen – alle Menschen sehnen sich nach Liebe, brauchen Ordnung und suchen Erkenntnis.

Fortsetzung von: Das Geheimnis der Kraftorte

Orte der Liebe

Orte der Liebe erzählen sehr häufig Geschichten von Liebe und Leidenschaft, von Treue und Verbundenheit zwischen Menschen oder zwischen Natur und Mensch. Die Kraft, die wir hier erfahren können, trägt den Charakter der Verbindung: die Grenzen zwischen mir und und der Welt um mich herum werden durchlässiger und verschwinden sogar. Orte der Liebe laden uns ein, mit etwas Größerem zu verschmelzen. Wir verlassen sie oft mit einem Gefühl, dass der Trennung von einem geliebten Menschen gleicht: wir blicken zurück und mit jedem Schritt, der uns von ihnen fort bringt, wächst die Sehnsucht, wieder zurückzukehren. Die Erfahrungen, die wir an diesen Orten machen, bleiben als liebevolle Erinnerungen in unserem Herzen. Es ist, also ob wir selbst Jahre später noch in Kontakt stehen – oft genügt es, unsere Augen zu schließen, und schon fühlen wir uns an einen Ort der Liebe zurück versetzt, spüren die Eindrücke, die wir dort gesammelt haben, gegenwärtig in uns weiter wirken.

Typische Orte der Liebe finden wir an Flüssen und besonders an Brücken und Furten, an Seen, Brunnen und Teichen, auf Waldlichtungen, in Gärten und Parks, bei Schlössern, in Höhlen und Grotten, am Meer.

Fragen, die wir uns an diesen Orten stellen können: Wie verbunden fühle ich mich gerade mit dem Leben? Wonach sehne ich mich gerade? Was fehlt mir in meinem Leben, damit ich mich ganz und vollständig fühle? In welchen Lebensbereichen wünsche ich mir mehr Liebe und Miteinander?

Berühmte Beispiele: die Roseninsel im Starnberger See, Schloss Linderhof, der Frau-Holle-Teich auf dem Hohen Meißner, die Oswald-Höhle in der Fränkischen Schweiz, der Blautopf bei Blaubeuren.

Orte der Ordnung

Orte der Ordnung haben einen fast gegenteiligen Charakter. Hier treffen wir eher Märchen, Mythen und Sagen an, in denen von großen Taten, Schicksalen und Wundern berichtet wird, vielleicht von Königen und Rittern, von Magiern und Hexen, manchmal auch von Teufeln und Dämonen. Es sind Orte, die uns daran erinnern, dass wir in eine höhere Ordnung eingebettet sind, in der alles seinen festen Platz hat und in der auch wir eine bestimmte Rolle spielen. Die Kraft dieser Orte hat eher etwas Trennendes: Es sind Orte, an denen wir weniger zum Verweilen eingeladen werden, sondern die uns beeindrucken, vielleicht sogar befremden. Sie fordern unsere Aufmerksamkeit, aber sie suchen nicht unsere Nähe. Sie sind „unheimlich“ im engsten Sinne des Wortes: sie bieten keine Heimat an, keine Geborgenheit, keine Sicherheit. Es sind Orte der Ordnung, weil sie uns zur Ordnung rufen, uns klar machen, dass wir Teil eines Ganzen sind und daher Verantwortung für unsere Handlungen tragen. Orte der Ordnung erkennen wir an der Macht, die sie über uns ausüben wollen. Ihre Kraft kann in uns eine Flamme der Begeisterung entzünden – oder den Schatten der Furcht über uns legen. Wie es uns in der Begegnung mit diesen Orten ergeht, hängt ganz davon ab, ob wir einen guten Kontakt zu uns selbst haben, denn sie konfrontieren uns mit unserer Bestimmung. Wer bereit ist, diese Bestimmung zu akzeptieren, findet dort die Kraft, aktiv zu werden und der Gestalter seines eigenen Lebens zu werden.

Fragen, die wir uns an Orten der Ordnung stellen können: Was brauche ich, um mehr Halt in meinem Leben zu bekommen? Was ist meine Bestimmung, mein Lebensziel? Wie gut kann ich mit Themen wie Macht und Autorität umgehen? Wie bereit bin ich, mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen?

Typische Orte der Ordnung finden wir in Burgen und Burgruinen, in großen Kirchen und Kathedralen, an Kultstätten wie Steinkreisen, auf Berggipfeln, an historischen Stätten, Grabanlagen, an monumentalen Felsen und Bäumen.

Berühmte Beispiele: der Steintanz von Boitin, der Kölner Dom, die Frauenkirche in München, die Wartburg in Eisenach, der Brocken und der Wurmberg im Harz, die Gerichtslinde in Schmidtheim in der Eifel.

Orte der Erkenntnis

Orte der Erkenntnis sind oft sehr stille und einsame Orte, die auf den ersten Blick keine besonderen Merkmale zu besitzen scheinen und an denen manch flüchtiger Zeitgenosse achtlos vorübergehen wird. Es sind Orte, die uns zur Versenkung in uns selbst einladen. Die Wahrnehmung der äußeren Landschaft tritt in den Hintergrund und und die Aufmerksamkeit gilt ganz unserer inneren Landschaft. Auf eine sanfte und innige Weise werden wir auf uns selbst zurückgeworfen. Hier fällt es uns leicht, über uns selbst und unser Leben nachzudenken. Vielleicht fühlen wir uns eingeladen, ein gutes Buch aufzuschlagen oder selbst ein paar Zeilen zu schreiben. Es sind Orte voller Poesie und Inspiration: gerade künstlerisch veranlagte Menschen werden hier neue Kraft für ihre kreative Arbeit finden, ebenso Menschen, die sich ganz der geistigen Arbeit verschrieben haben. Doch nicht nur sie profitieren von der stillen Kraft der Erkenntnis: jeder, der sich auf die Suche nach einer Lösung für seine Problem macht, ist hier willkommen. Diese Plätze helfen uns, auf das Wesentliche zu stoßen und erlauben uns einen Blick hinter die Oberfläche des Alltäglichen. Sie bringen uns in Berührung mit unserer geistigen Dimension.

Typische Orte der Erkenntnis sind häufig von Menschenhand gestaltet. Dazu gehören ruhige Ecken in Parkanlagen, kleine Kapellen am Wegesrand oder andere Orte des Gebets und der spirituellen Einkehr wie Tempel und Klöster, Bäume mit Bänken darunter, ein murmelnder Bach, ein Felsvorsprung mit Blick in das Tal, ein Platz auf einer Waldlichtung, ein ruhiger begrünter Innenhof, manche Plätze auf alten Friedhöfen.

Fragen, die uns Orte der Erkenntnis beantworten können: Wie finde ich den Überblick über meine aktuelle Situation? Welche Erkenntnisse fehlen mir noch, um eine schwierige Situation, in der ich mich befinde, zu lösen? Was brauche ich, um in meinen gegenwärtigen Problemen Chancen für die Entwicklung meiner Persönlichkeit zu sehen?

Berühmte Beispiele: die Wurmlinger Kapelle bei Tübingen, die Klosterruine Disibodenberg, das Gartenreich Wörlitz bei Dessau, das Rasenlabyrinth von Steigra, Kloster Steinfeld in der Eifel.

Eigene Kraftorte entdecken

Auch wenn wir fernab von berühmten Kraftorten leben, können wir uns selbst auf die Suche machen. Ich bin sicher, dass auch in Ihrer Nähe ein Kraftort auf seine Entdeckung wartet. Gibt es eine kleine Kapelle am Wegesrand? Einen versteckten Weiher? Einen alten Baum in der Mitte Ihres Dorfes? Eine verwunschene Höhle im Wald? Machen Sie sich vertraut mit dem Ort, schließen Sie Bekanntschaft. Je mehr Sie über ihn wissen, umso bereitwilliger wird er sich ihnen offenbaren. Lesen Sie seine Geschichte und entdecken Sie seine Sagen und Legenden. Dann suchen Sie diesen Ort auf und öffnen einfach Ihre Sinne, und während Ihr äußeres Auge sich an der Landschaft erfreut, wird Ihr innere Auge auf Entdeckungsreise in Ihre innere Landschaft gehen.

Exklusiver Inhalt für Mitglieder des Stadtspürer-Clubs

Melde dich an, um diesen Inhalt zu sehen.

Stadtspürer-Touren zum Thema

Das könnte dich auch interessieren

Caw Portrait 2012 1200

Christopher Weidner

AutorIn des Beitrags

Kein Geheimnis verpassen!

Mit dem kostenlosen Newsletter-Service der Stadtspürer verpasst du künftig kein Stadtgeheminis mehr. Du erfährst nicht nur Spannendes und Geheimnisvolles aus München, Berlin, Hamburg und Ausgburg, sondern auch aus anderen Städten in Deutschland und anderswo. Ein Füllhorn an Wissen und Inspirationen - frei Haus und jederzeit kündbar!

Scroll To Top