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Jungfrau Maria in Hamburg

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Dass die heilige Maria schon seit viele Jahrhunderten Schutzpatronin Bayerns ist, ist allgemein bekannt. Dies sogar ganz offiziell, seit Papst Benedikt XV. die Heilige im Jahr 1916 auf Bitten von König Ludwig III. als Schutzpatronin Bayerns bestätigte. Seither pilgern Gläubige jeden 13. Mai, dem Gedenktag der ersten Marienerscheinung Fatimas, zum Münchner Marienplatz, um der Jungrau beim Marienfest zu huldigen. Auf Spaziergängen durch die bayrische Hauptstadt begegnet man ihr auf Schritt und Tritt.

Hamburg, einst Marienstadt

Wenig erstaunlich, dass die Mutter Jesus’ im katholischen Freistaat so hoch gehalten wird. Doch hättest du gewusst, dass sie auch in der Freien Stadt Hamburg über viele Jahrhunderte in hohem Ansehen stand? Schon als Karl der Große seine Missionare um 800 n. Chr. in den entlegenen nördlichen Stützpunkt entsandte, der dereinst zur Hansestadt Hamburg heranwachsen sollte, wurde eine kleine hölzerne Kapelle errichtet, die der Maria geweiht war. Aus ihr erwuchs im Laufe des Mittelalters ein riesiger Mariendom im gotischen Stil. Auch eine Kapelle am Hafenausgang war ihr gewidmet, ebenso wie das Kloster Harvestehude, das einmal am Klosterstern stand. Und auf der Trostbrücke beim alten Rathaus stand bis zum großen Brand 1842 eine Marienstatue. Offensichtlich hielten die Bürger der Stadt selbst nach der Reformation Hamburgs 1529 und nach dem Abbruch des inzwischen verfallenen Doms 1807 in hohen Ehren. Wie sehr, das zeigen die heftigen Diskussionen um die geplante Aufstellung einer Marienfigur an der Außenwand der Senatsseite. Letztendlich wurde aus diesen Plänen nichts, stattdessen errichtete man eine Justitia dort. Dennoch, der Glaube an diese Heilige – die lange Stadtgöttin Hamburgs war – konnte scheinbar auch im protestantischen Zeiten der Stadt nicht völlig aus der Welt geräumt werden.

Hammonia – die “Heilige” der Hamburger

Tatsächlich kann man behaupten, dass die Jungfrau – neben den Stadtgöttern Merkur und Neptun – noch immer ihre schirmende Hand über die Hansestadt hält. Denn nur kurze Zeit nachdem die Reformationsbewegungen Heilige aller Art aus dem Stadtbild verbannten, zog die Stadtgöttin Hammonia in die Straßen ein. Ihr mütterlich-führsorglicher Charakter macht sie zu einer würdigen Nachfolgerin der Gottesmutter. Viele haben Hammonias Loblied gesungen, unter andere, Heinrich Heine und Siegfried Lenz. Er schreibt: „Die Schutzgöttin der Stadt ist eine reife Frau, … eine gesunde Endvierzigerin, die auch als Göttin nur Bürgerin unter Bürgern war. Sie hielt nichts von Nektar, sie trank Tee mit Rum, aß Aalsuppe, Fleisch vom Stör, sie schritt mit den Bürgern zur Börse, schritt mit ihnen zur Wahl des weisen Senats: Hammonia, eine reife Frau, eine bürgerliche Göttin.“

Nach dieser Beschreibung ist Hammonia wohl passender für die Bürgerstadt als die katholische Heilige. Ihr Konterfei prangt uns von bestimmt ebenso vielen Fassaden Hamburgs entgegen, wie wir Marien in München begegnen. Aber auch in Hamburg kann man letzterer doch noch öfter begegnen. Beispielsweise in der Petrikirche. Hier steht eine wunderschöne Marienfigur, die vor vielen Jahrhunderten den Dom zierte als Hamburg noch eine katholische Stadt war.

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Kirsten Buchholzer

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