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Im Garten der Götter: Merkur und Venus

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Zuletzt widmeten wir uns den beiden Olympiern, die als Bruder und Schwester über Sonne und Mond herrschen: Apollo und Diana. Wir wechseln für ein weiteres göttliches Paar die Seite und betrachten zwei Olympia näher, die zunächst nicht den Anschein machen, sich nahe zu stehen: Merkur und Venus, die die Griechen als Hermes und Aphrodite kennen. Doch auch wenn Venus Leidenschaft dem maskulinen Mars galt, so hatte sie doch auch ein Verhältnis mit dem Götterboten, aus dem eines der rätselhaftesten mythologischen Wesen entsprang: der Hermaphrodit, das Zwitterwesen aus Mann und Frau. Dieses birgt ein Geheimnis in sich, das später vor allen Dingen die Alchemisten faszinierte … Doch hier soll es zunächst nur um seine/ihre Eltern gehen …

Merkur, der Götterbote

Merkur, der griechische Hermes, ist der Gott der Wege und des Handels, der Schrift und der Sprache.

Hermes, Sohn des Zeus mit der Nymphe Maia, wurde in einer Höhle geboren. Kaum war er ein paar Stunden alt, packte ihn auch schon die Abenteuerlust und entwischte aus seiner Wiege – und beschloss die Rinder des Apollo zu stehlen. Um sich nicht durch Spuren zu verraten, band er Eichenrinde und Gras unter die Hufe der Kühe, trieb sie in der Nacht davon und schaffte sie in die Höhle. Zwei der Kühe opferte er und hing ihre Häute vor der Höhle auf. Dabei entdeckte er eine Schildkröte und kurzerhand erfand er aus deren Panzer und den Därmen der Kühe, die als Saiten dienten, die erste Lyra.

Mit Witz und Verstand zum Gott

Als Apollo am nächsten Tag den Diebstahl bemerkte, fand er keine Spuren und wusste zunächst nicht in welcher Richtung er nach den Kühen zu suchen hätte. Doch Apollo entdeckte vor der Höhle der Maia die beiden Rinderhäute und forderte seine Kühe zurück. Doch Maia wies diese Anschuldigungen als lächerlich zurück und zeigte auf das sich schlafend stellenden Kind in der Wiege. Apollo gab nicht nach und trug Hermes in den Olymp zum Göttervater Zeus. Die Kuhhäute legte er als Beweis vor. Zeus wollte erst nicht glauben, dass sein Sohn ein Dieb sei, doch dann gestand Hermes schließlich die Tat. Da bekannte er, dass er zwei der Kühe geschlachtet habe und sie in zwölf Teile zu Ehren der Götter zerlegt habe – den Rest könne er wiederhaben. Da fragte ihn Apollo, wer denn der zwölfte Gott sei, und Hermes entgegnete: das er selbst es gewesen sei, der einen zwölften Teil des Opfers gegessen habe.

Erfinderischer Gott

Zurück in der Höhle der Maia zeigte Hermes dem Apollo die Leier, die er erfunden hatte. Um Apollos Gunst wiederzugewinnen, stimmte er sogleich einen wundervoll Ehrengesang auf den Gott an. Dieser verzieh dem jungen Gott sofort, und bot ihm im Tausch gegen die Leier die restlichen Kühe seiner Herde an Hermes schlug auf diesen Handel ein. Schließlich schnitzte Hermes aus einem Schilfrohr eine Flöte, die wundervolle Melodien spielen konnte. Wieder wollte Apollo dieses Instrument haben, und bot ihm dafür seinen goldenen Stab. Zusätzlich luchste ihm Hermes auch noch die Kunde der Weissagung ab.

Merkur wird Götterbote

Zeus aber machte den gewitzten Sohn zu seinem Boten. Er beauftragte ihn mit der Überwachung von Verträgen, der Förderung des Handels und dem Schutz der Wege. Als Zeichen seiner Macht verlieh Zeus ihm einen Heroldsstab mit weißen Bändern, die später zu zwei Schlangen wurden, die sich den Stab emporwinden, einen runden Hut gegen den Regen und geflügelte, goldene Sandalen. Neben diesen Attributen sind ihm der Hase, der Falke und die Schildkröte geweiht. Die ihm heilige Pflanze ist der Krokus.

Vermittler zwischen den Welten

Seine Klugheit macht ihn zum Gott des Wissens und manchmal gilt er als Erfinder von Sprache und Schrift. Seine Schlagfertigkeit und seine Neigung, andere auszutricksen, brachte ihm die Verehrung der Kaufleute ebenso wie die der Diebe und Betrüger ein. Er beschützt die Reisenden und an Wegesrändern wurden Hermien aufgestellt, Steinhaufen, die als Wegmarkierungen dienten.

Als Götterbote ist Hermes der Vermittler zwischen den Welten, nicht nur zwischen der der Menschen und der himmlischen Göttern, sondern auch zwischen den Menschen und der Unterwelt. Als Seelenbegleiter bringt er die Verstorbenen in den Hades. Auch für Botschaften in Träumen, Prophezeiungen und Visionen ist er zuständig.

Venus, die Göttin der Liebe

Venus, die griechische Aphrodite, ist die Göttin der Liebe und Schönheit.

Als die große Muttergöttin Gaia der vielen Schwangerschaften überdrüssig wurde, die ihr der ungestüme Uranos einbrachte, stiftete sie Kronos, ihren Sohn, an, seinem Vater die Geschlechtsteile mit einer Sichel abzuschneiden. Diese fielen vom Götterhimmel in das Meer, wo sich der Samen mit dem Wasser vermischte. Aus diesem Schaum entstieg Aphrodite und ging in Kythera, einer Insel vor der Südostspitze der Peloponnes, an Land. Andere berichten, sie wäre in Zypern an Land gegangen.

Verbotene Liebe

Ihr Gemahl ist Hephaistos, der Gott des Feuers und der Schmiedekunst, doch betrog sie diesen immer wieder. Vor allem dem heldenhaften Ares war sie zugetan. Einmal beobachtet sie der Sonnengott Helios bei einem Stelldichein und verriet sie dem eifersüchtigen Ehemann. Dieser schmiedet ein unsichtbares und unzerreißbares, feines Netz, das er über die beiden sich gerade paarenden Götter wirft und sie so gefangen hält. Hephaistos holt die übrigen olympischen Götter, damit sie die Gemeinheit mit eigenen Augen sehen können. Diese stimmen in ein lautes, nicht endenden wollenden Gelächter ein über das Ungemach des Hephaistos und die peinliche Situation, in der sich die Göttin der Schönheit und der Gott des Krieges im wahrsten Sinne des Wortes verstrickt haben.

Zahllose Liebschaften

Aus den unzähligen Affären der Aphrodite sind berühmte Helden wie Aineias (Äneas), der Stammvater Roms, hervorgegangen, aber auch andere göttliche Wesen wie Priapos, den sie mit Dionysos, Gott der Fruchtbarkeit, zeugte, und Hermaphroditos mit Hermes, dem Götterboten. Aus der Verbindung mit Ares ging insbesondere Eros hervor, der geflügelte Gott der sinnlichen Liebe.

Nicht immer ging eine Liebschaft mit der Göttin der Liebe gut aus. Der Adonis bezahlte seine Liebe zu Aphrodite mit dem Tod, denn der eifersüchtige Ares verwandelte sich in einen wütenden Eber und zerriss den schönen Jüngling.

Taube, Muschel, Rose

Zu den Tieren der Aphrodite gehören die Tauben, die ihren goldenen Wagen über den Himmel ziehen, ebenso die weiße Gans oder der Schwan, auf dem sie manchmal reitet, und der Sperling sowie die Schwalbe. Der fruchtbare Hase ist ihr heilig und als Meergeborene Fische im Allgemeinen. Auf einer Muschel soll sie an den Strand geschwommen sein und die Perle ist ihr Attribut, die so wie sie aus dem Meer geboren ist. Blumen und Früchte wie die Rose, die Myrte und die Myrrhe, die Anemone und der Apfel sowie die Linde als Baum gehören zu ihr. Vor allen Dingen die Liebeslust stimulierende Pflanzen zählen zu den ihr heiligen Gewächsen, die so genannten Aphrodisiaca, wie der Spargel und der Granatapfel. Ein typisches Attribut ist der charis, ein magischer Liebesgürtel aus Gold und Edelsteinen, den ihr Hephaistos geschmiedet hatte.

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Christopher Weidner

AutorIn des Beitrags

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