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Im Garten der Götter: Diana und Apollo

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Mit Saturn und Kybele, Jupiter und Juno, Pluto und Proserpina sind wir am Ende des Mittelganges der barocken Anlage des Parterre hinter dem Schloss Nymphenburg angekommen. Doch noch lange nicht ist die Reise durch den Garten der Götter zu Ende. Kehren wir wieder Richtung Schloss zurück und setzen unseren Weg an der nördlichen Seite fort. Nun begegnet uns kein Ehepaar, sondern ein Geschwisterpaar: Artemis/Diana und ihr Bruder Apollo(n). Die beiden vereint ihre Liebe zu Fernwaffen, Pfeil und Bogen, und ihre spätere Übernahme der beiden Himmelslichter, Sonne und Mond.

Artemis – die Herrin der Wildnis

Artemis, die römische Diana, ist die Göttin der Jagd, der Jugend, der Geburt und des Mondes.

Sie ist die Tochter des Zeus und die Zwillingsschwester des Apollon und wurde zusammen mit ihm von Leto auf der Insel Delos zur Welt gebracht. Kaum war sie geboren, half ihrer Mutter als Hebamme und wird seither auch von Menschen zur Unterstützung bei der Geburt angerufen. Doch die eigentliche Heimat dieser jugendlichen Göttin sind die Wälder, durch die sie mit ihren Hunden streift, oft begleitet von wilden Tieren.

Die göttliche Jungfrau

Artemis zieht es vor alleine zu leben, nur begleitet von Nymphen, die ebenso keusch zu sein hatten wie sie selbst. Wer das Gebot der Jungfräulichkeit nicht erfüllte oder bedrohte, musste mit empfindlichen Strafen rechnen. Einst verliebte sich Zeus in Kallisto, eine ihrer Anhängerinnen. Er verwandelte sich in Artemis und legte sich zu ihr. Als Kallisto daraufhin schwanger wurde, verstieß sie die Nymphe und verwandelte sie in einen Bären.

Als einst der Jäger Aktaion, der Enkel des Apollon und Sohn der Nymphe Kyrene, sie beim Baden in einer Quelle beobachtete, verwandelte ihn Artemis in einen Hirschen. Seine eigenen Jagdhunde erkannten ihren Herrn nicht mehr und verfolgten ihn, bis sie ihn schließlich in Stücke gerissen hatten.

Göttin des Mondes

Artemis wurde später mit der Göttin Selene gleich gesetzt, dem Mond. Ihre Attribute sind ihre Waffen Köcher, Pfeil und Bogen. Ein Hirsch oder ein Reh stehen an ihrer Seite, Hunde begleiten sie. Oft wird sie mit einer Mondsichel im hochsteckten Haar dargestellt.

Kultische Verehrung genoss Artemis in vielen Teilen Griechenlands, in Arkadien, Tauris und Ephesus. Dort errichtete man ihr einen großen Tempel, der als eines der sieben Weltwunder der Antike galt.

Apollo – der Herr der Wahrheit

Apollon, römisch Apollo, ist der Gott der Wahrsagekunst, der Heilkunde, der Jugend und der Musik – und der Sonne.

Apollon ist der Zwillingsbruder der Artemis, beide stammen von der Titanin Leto aus einem Verhältnis mit Zeus ab. Die eifersüchtige Hera jedoch verfolgte die Schwangere über die Welt, um sie daran zu hindern, einen geschützten Platz zu finden, an dem sie ihre Kinder zur Welt bringen könne. Schließlich fand sie auf einer unfruchtbaren Insel Unterschlupf und gebar die Zwillinge. Diese Insel nannte man deshalb später Delos, die Strahlende. Zeus schenkte seinem Sohn eine goldene Kappe sowie einen Wagen, der von Schwänen gezogen wurde. Außerdem bekam er von ihm eine Lyra.

Das Orakel von Delphi

Apollon wollte sich das Orakel der Göttin Themis in Delphi zueigen machen, doch dieses wurde von einer drachenartigen Riesenschlange namens Python bewacht. Python, so heißt es, entstammte dem verfaulendem Schlamm, der nach der großen Flut übrig geblieben war und galt als Sohn der Gaia. Apollon verfolgte den Drachen bis in den heiligen Schrein und erschoss ihn mit Pfeil und Bogen. Ein großer Frevel, auch wenn einige behaupten, dass er damit nur die Schmach an seiner Mutter sühnte, denn auch Python hatte Leto während ihrer Schwangerschaft grausam verfolgt. Fortan an war Apollon Herr über das Orakel.

Doch Gaia beklagte sich bei Zeus über den Frevel und der Göttervater verlangte von seinem Sohn Buße: als Sühne gründete Apollon die Pythischen Spiele. Zwar gehörte Apollon nun das Orakle von Delphi, doch einige sagen, dass er sich das Wissen über die Kunst der Wahrsagung erst vom arkadischen Gott Pan durch Überredung aneignete. Er kehrte schließlich nach Delphi zurück, um dort das Orakel zu übernehmen. Er ließ einen Tempel errichten, setzte Priester ein und machte sich die alte Priesterin Pythia dienstbar. Pythia saß auf einem Dreifuß über einer Erdspalte, aus der Dämpfe austraten, und teilte den Menschen die Orakelsprüche mit. Die Priester des Apollon deuteten dann die Worte der Pythia.

Gott der Sonne

Während seine Schwester Artemis die Herrschaft über das Nachtgestirn übernahm, wurde Apollon zu Herrscher der Sonne. Außerdem stand er den neun Musen vor und galt als Gott der Musik und der künstlerischen Inspiration.

Das Geheimnis von Silber und Gold

Das Ziel der Alchemie ist die Verwandlung unedler Materie in edle Metalle – ein Vorgang, der nicht selten sehr wörtlich genommen wurde und viele Fürsten auf der Suche nach neuen Einnahmequellen in die Arme der Goldmacherei trieb. Auch die Wittelsbacher fielen auf so manchen Betrüger herein, beispielsweise Herzog Wilhelm V., aber auch Kurfürst Max Emmanuel, der wesentlich zur Gestaltung des Schlossparks beitrug.

Doch nicht nur seine Gier nach Edelmetallen motivierte die Hochwohlgeborenen, sondern sie wussten, dass es in der Alchemie auch um eine Entwicklung der eigenen Persönlichkeit ging, darum das Unedle in sich selbst zu verwandeln, um zu Gold und Silber zu werden, Metaphern für einen Zustand höchsten Bewusstseins. Die Götter Diana und Apollo standen für diese Stufen der Verwandlung, waren sie doch die Götter von Mond und Sonne. Mond wiederum regiert das Silber, Sonne das Gold. Wo auch immer die beiden auftauchen ist dieses geheime Wissen im Geiste mitzudenken. So auch hier im Garten der Götter …

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AutorIn des Beitrags

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