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Im Garten der Götter: Bacchus und Ceres

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Zum Abschluss unserer kleinen Reihe über die Göttergestalten im barocken Parterre des Nymphenburger Schlossparks, widmen wir uns einem Paar, das sich zwar nicht in Liebe zugetan war, aber doch eine große Gemeinsamkeit teilt: Sie kümmern sich m unser leibliches Wohl! Die eine ist Ceres, bei den Griechen bekannt als Demeter. Sie ist die Göttin der Fruchtbarkeit der Erde, vor allen Dingen des Getreides. Nach ihr sind unsere “Cerealien” benannt. Bacchus, bei den Griechen besser als Dionysos bekannt, hingegen versorgt uns mit Flüssigem, vorzugsweise mit allem, was nicht nur unseren Durst löscht, sondern uns auch in rauschhafte Zustände versetzt …

Ceres schwingt die goldene Sichel

Demeter, die römische Ceres, ist die Göttin der Erde, der Früchte der Felder und Gärten, und Herrin der Jahreszeiten.

Demeter ist die Tochter von Rhea und Kronos, demzufolge eine Schwester des Zeus. Sie ist die Göttin der Fruchtbarkeit und geht wahrscheinlich auf eine Urgöttin zurück, die als Erdmutter bereits vor der Ankunft der Indoeuropäer, aus deren Kultur die griechische Antike erwachsen ist, in Europa verehrt wurde.

Hüterin der Felder und der Familie

Als solche beschützte sie nicht nur die Felder der Menschen, sondern war auch zuständig für das Eheglück und das Familienleben. Ihre Macht über das Werden und Gedeihen durfte nie unterschätzt und ihr musste immer gebührend Respekt entgegengebracht werden. Zu Ehren der Göttin wurden zweimal im Jahr in ganz Griechenland Feierlichkeiten abgehalten, zur Zeit der Aussaat und zur Zeit der Ernte. Die berühmten Eleusinischen Mysterien fanden in dem wichtigsten der Demeter geweihten Heiligtum in Eleusis statt und drehten sich um den wohl berühmtesten Mythos im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeitsgöttin: die Suche nach ihrer von Hades, dem Gott der Unterwelt, geraubten Tochter Persephone: man feierte in geheimen, orgiastischen Riten das Sterben der Natur im Winter und ihr Wiedererwachen im Frühling, wie es sich im zentralen Thema der Geschichte von Persephone widerspiegelt.

Demeters Rache

Das Mädchen Persephone bringt Demeter mit Zeus als Vater zur Welt, der ihr in Gestalt zweier sich umschlingender Schlangen erschien. Sie wird eines Tages von Hades entführt und wird an seiner Herrin der Unterwelt – einen Ort, aus dem es kein Zurück mehr gibt. Demeter begibt sich verzweifelt auf die Suche nach ihrer Tochter und erfährt schließlich von Apollon die Wahrheit. Aus Wut und Trauer hört sie auf, sich um die Fruchtbarkeit der Erde zu kümmern. Eine große Dürre bricht über das Land herein. Schließlich vermittelt Zeus höchstpersönlich und handelt einen Kompromiss aus. Dieser lautete: Zwei Drittel eines Jahres soll Persephone über der Erde bei ihrer Mutter sein. Dann gedeiht und blüht das Land. Ein Drittel bleibt sie unter der Erde bei ihrem Gemahl Hades im Reich der Toten, dann ist es Winter. Zugleich lehrte sie den Menschen den Ackerbau, damit sie die Jahreszeiten gut zu nutzen wüssten.

Demeter war nicht verheiratet, hatte aber Liebschaften mit einigen Göttern des Olymp, darunter mit ihren Brüdern Zeus, dem Gott des Himmels, und Poseidon, dem Gott der Meere. Den Nachstellungen Poseidons versuchte sie in Gestalte eines Pferdes zu entkommen. Doch Poseidon verwandelte sich in einen Hengst und verführte die Göttin. Einmal hatte sie eine Affäre mit Iasion, dem Sohn des Zeus und der Elektra, aus Ploutos, der Gott des Reichtums, hervorging. Doch ihr Bruder Zeus war eifersüchtig und erschlug Iasion mit einem seiner gefürchteten Blitze.

Symbole der Demeter

Demeter wird mit einer Weizenähre dargestellt und trägt oft eine Sichel oder auch Fackel, mit der sie sich auf die Suche nach ihrer Tochter machte. Manchmal hält sie auch schlangenähnliche Wesen in ihren Händen oder wird von einem Wagen gezogen, vor den Drachen gespannt sind.

Bacchus bringt den Rausch

Dionysos, oder römisch Bacchus, ist der Gott des Weines, der Vegetation und der Gelage.

Dionysos ist Sohn des Zeus und der Semele, einer thebanischen Prinzessin – einer Menschenfrau, der er in Gestalt eines Stieres erschien. Es heißt, dass die schwangere Semele starb, weil sie vom Göttervater verlangte, er solle sich ihr in seiner ganzen Herrlichkeit zeigen – der Glanz des Gottes vernichtete sie und sie verbrannte zu Asche. Hermes rettete das ungeborene Kind aus der Asche und nähte es in den Oberschenkel des Zeus ein, aus dem er später geboren wurde. Daraufhin wird er vor der Eifersucht Heras, der Ehefrau des Zeus, in Sicherheit gebracht und wächst bei Nymphen und Satyrn auf. Sein großer Mentor ist der weise Silen.

Die Nymphen, die sich um Dionysos kümmerten und ihn mit Milch und Honig nährten, wurden einst vom üblen Thrakerkönig Lykurgos gepeinigt und verfolgt. Dionysos sprang ins Meer, wo er von der Meeresnymphe Thetis schützend aufgenommen wurde.

Von Wahnsinn geschlagen

Doch der Zorn der Hera erreichte ihn und sie schlug ihn mit Wahnsinn, sodass er durch Asien und Afrika irrte. Er kam nach Phrygien, wo ihn die Göttin Kybele von seinem Wahn befreite und ihn in orgiastischen Riten unterwies. Dann gelangte er nach Thrakien zum König Lykurgos, dessen Untaten er nicht vergessen hatte. Nun ließ Dionysos den Wahnsinn über den König kommen. In seiner Rage glaubte dieser, er beschneide einen Weinstock. In Wirklichkeit aber seinem eigenen Sohn Arme und Beine mit einer Axt abschlug. Dann zerstückelte er sich selbst.

Als sein Festschiff von tyrrhenischen Piraten überfallen wurde, verwandelte er ihre Ruder in Schlangen. Die Piraten stürzten sich von Bord und verwandelten sich in Delphine.

Gott der Ekstase und des Rausches

Nach einem Aufenthalt in Indien kehrte er auf einem von Panthern gezogenen, mit Weinlaub geschmückten Triumphwagen nach Griechenland zurück. Der auf einem Esel reitende Silen, ekstatische Mänaden und lüsterne Satyrn, darunter auch der Gott der sexuellen Ekstase Priapos, dessen Glied immer aufgerichtet ist, begleiteten ihn singend, lärmend und tanzend.

Dionysos brachte den Menschen den Anbau von Wein bei und zeigte ihnen die Kunst, wie sie aus den Trauben ein berauschendes Getränk herstellen konnten. Von nun an wurde Dionysos, dessen Mutter menschlich war, als Gott anerkannt.

König Pentheus von Theben zweifelte die Göttlichkeit des Dionysos an und wollte verhindern, dass in seinem Namen Feste abgehalten werden. Da ließ Dionysos Wahnsinn über die Frauen von Theben kommen und sie auf einem Berg ein orgiastisches Fest zu seinen Ehren abhalten, ungeachtet des Verbots. Dann stachelte Dionysos Pentheus an, sich als Frau zu verkleiden, um die Mänaden in ihrer rasenden Wut zu beobachten. Er wurde jedoch entdeckt und von seiner eigenen Mutter und deren Schwestern in Stücke gerissen – in ihrem Wahn glaubten sie, ein wildes Tier vor sich zu haben.

Mysterien des Dionysos

Vor allen Dingen Frauen verehrten Dionysos in Mysterienkulten. Die Anhängerinnen wurden wie seine mythischen Begleiterinnen Mänaden oder auch Bacchantinnen genannt. Sie trugen Reh- oder Pantherfelle gehüllt und werden oft mit dem Thyrsos in der Hand dargestellt. Auf dem Höhepunkt ihrer Raserei, so heißt es, zerrissen sie wilde Tiere. Aus den kultischen Gesangs- und Tanzriten entwickelte sich später die Tragödie, wörtlich „Bocksgesang“ und die Dionysien, eine Art Theaterfestspiele, wurden zu Ehren des Gottes der Ekstase abgehalten.

Dionysos wurde auch in Delphi verehrt, wo er den Gegenpol zum hellen Apollon verkörpert und den Tempel während der Abwesenheit des Lichtgottes im Winter bewohnte.

Dionysos wird als schöner Jüngling dargestellt, Wein trinkend und den  Thyrsos haltend, ein von einem Kieferzapfen gekrönter Stab, den er von Kybele bekommen hatte. Weitere Attribute: der Efeukranz, Weinlaub. Die ihm heiligen Tiere sind der Leopard, die Ziege und der Esel.

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Christopher Weidner

AutorIn des Beitrags

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