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Harmlos wandelt hier

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Harmlos

“Harmlos” nennen ihn die Münchner, denn schließlich können sie lesen. Schließlich heißt es ja auf der Tafel, an der dieser griechische Jüngling lehnt:

HARMLOS.
WANDELT HIER.
DANN KEHRET.
NEU GESTÄRKT.
ZU JEDER.
PFLICHT ZURÜCK.

Ursprünglich soll diese von Franz Jakob Schwanthaler entworfene Statue den Jüngling Antinoos darstellen. Sie steht südwestlich des Englischen Gartens und ist von ihm durch die Prinzregentenstraße getrennt. Als der Englische Garten 1803 sein Zehnjähriges feierte, stiftete der Bayerische Minister Graf Topor Morawitzky die Marmorskulptur. Das Original ist heute im Residenzmuseum zu betrachten ist, während uns hier die 1983 aufgestellte Kopie begegnet.

Des Kaisers Günstling

Antinoos war ein Günstling und wahrscheinlich auch Geliebter des römischen Kaisers Hadrian. Er wurde nach seinem Tod zum Gott erhoben. Hadrian entdeckte Jüngling auf einer seiner Reisen durch Kleinasien. Wenig wissen wir über den jungen Mann, der den Kaiser so faszinierte. Das, was überliefert ist, klingt eher nach Legende als nach Geschichte. Gerade sein Tod gab und Anlass für zahlreiche Vermutungen.

Fest steht, dass er bei Besa in Mittelägypten in den Nil fiel – und vor den Augen seines Gönners ertrank. Einige sagten, es wäre ein Unfall gewesen, andere wiederum wollen darin ein Selbstopfer Antinoos erkannt haben, um dem Kaiser ein langes Leben zu sichern. Antinoos soll nämlich von einem Astrologen erfahren haben, dass sein Freitod dem Kaiser seine noch zu erwartende Lebensspanne zu dessen Lebenszeit schenken würde. Andere wiederum wollten wissen, dass sich Antinoos in den Tod stürzte, um sich vor den allzu aufdringlichen Nachstellungen durch Hadrian zu entziehen … Und wer könnte ein höfische Intrige ausschließen? Hadrians Frau soll zumindest über den Tod des Nebenbuhlers nicht besonders traurig gewesen sein …

Gottwerdung

Nach seinem Tod setzte Hadrian seinem Geliebten ein Denkmal – und errichtete gleich eine ganze Stadt ihm zu Ehren in Ägypten, an der Stelle des Unglücks. Antinoos wurde zum Gott stilisiert und erhielt eigene Kulte, wurde an manchen Orten sogar mit Dionysos gleichgesetzt. In Ägypten wurde sein Tod im Nil an sich schon als Grund zur Erhöhung zum Gott angesehen. So wurde er mit Osiris identifiziert, der ebenso im heiligen Fluss Ägyptens ertrunken sein soll.

Dichtung und Kunst ließen sich nachhaltig von der tragischen Geschichte inspirieren und so gibt es zahlreiche Bildnisse des Jünglings – bis in die Neuzeit hinein.

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AutorIn des Beitrags

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