Die verfluchte Katze vom Promenadeplatz

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Böse Geister in Tiergestalt

Geister erscheinen zuweilen in Gestalt von Tieren. Man sagt, dass es sich dann in der Regel aller Fälle um böse Erscheinungen handelt. Häufig sind es die ruhelosen Seelen verstorbener Menschen, die schon zu Lebzeiten ein weniger gottgefälliges Leben geführt haben. Manche sagen sogar, dass Geister in Tiergestalt nicht erlöst werden können, sondern nur gebannt. Tiergestaltige Geister sollen es darauf abgesehen haben, den Menschen zu schaden.

Im Grunde können Geister in der Gestalt aller möglichen Tiere auftauchen, doch besonders beliebt ist offensichtlich die Gestalt eines Pferdes, eines Hundes, einer Katze. Zumeist sind sie dann schwarz, besitzen feuriges Augen, nicht selten so groß wie Mühlräder. Aber auch Geisterkühe und -schafe wurden bereits gesichtet, ebenso gespenstische Schweine und Hasen. Tiere, die ohnehin mit dem Teufel und Hexen in Verbindung gerat wurden, gehören ebenso dazu: Raben, Krähen, Mäuse, Schlangen und Kröten.

Auch in München sind tierhafte Geistererscheinungen bekannt. Eine davon ist mit einer heute noch als Spukort bekannten Stelle im Kreuzviertel verbunden …

Der Geizhals vom Promenadeplatz

An der Stelle des Hauses Promenadeplatz 7, an der Ecke zur Hartmannstraße, die vormals Knödelgasse hieß, stand einst ein Haus. In diesem soll es noch bis ins 19. Jahrhundert gespukt haben. Dort ging der “Troadkipperer” um, der Getreideumschaufler.

Ein böser Mann

Die Geschichte geht auf die Zeit zurück, in der einst eine große Hungersnot in München herrschte. Viele Menschen starben. In jenem Haus aber wohnte ein steinreicher Mann, der nicht nur geizig war, sondern sich auch noch auf Kosten der leidenden Menschen bereicherte. In guten Zeiten hatte er nämlich große Menge an Getreiden billig erstanden, die er nun in schlechten Zeiten zu Wuchersummen verkaufte. Nicht ein Körnchen gab er ohne Bezahlung an seine Mitmenschen aus.

Eine Wohnung im Rückgebäude des Hauses hatte er an eine Tagelöhnerfamilie mit sieben Kindern vermietet. Obwohl sie Tag und Nacht schufteten, konnten sie sich bald nicht mehr ernähren und auch nicht mehr die Miete für für die Wohnung bezahlen. Das kam dem Geizhals gerade recht, denn er wollte die Wohnung in einen weiteren Getreidespeicher umwandeln.

Der Fluch der Tagelöhnerin

So setzte er die arme Familie mitten im Winter auf die Straße. Die Frau aber verfluchte ihn und sein Getreide: “Ratten, Mäuse und Ungeziefer sollen alles vernichten!”

Zuerst lachte der Geizige nur über diesen Fluch, doch als kurze Zeit später in den Speicher ging, entdeckte er voller Schrecken, dass es dort nur so von Mäusen wimmelte!

Da kaufte er sich eine Katze, dann zwei und schließlich viele. Doch für jede getötete Maus kamen zehn neue nach. Er wurde der Plage einfach nicht Herr. Schließlich verdreckte und verdarb das restliche Getreide – und der Geizige verlor darüber nicht nur seinen Reichtum, sondern langsam auch seinen Verstand. Am Ende war er bankrott und musste sein Haus versteigern. Da stieg er ein letzte Mal auf den Dachboden – und erhängte sich.

Die schwarze Katze und der Geisterbeschwörer

Doch auch im Tod fand er keinen Frieden: Als riesige, schwarze Katze trieb er von da an in diesem Haus sein Unwesen, die unentwegt eingebildeten Mäusen nachjagen musste, dabei wild umher polterte und grauenhaft schrie.

Die Bewohner des Hauses riefen daher einen Geisterbeschwörer. Dieser sollte, wie es damals Brauch war, den Geist in ein mit Wachs versiegeltes Gefäß bannen, um es dann im Erdiger Moos zu versenken.

Doch noch bevor dieser seinen Bannspruch aufsagen konnte, stürzte sich der gespenstische Kater auf den Mann und warf ihn die Treppe hinab und zur Tür hinaus.

Kein neuer Versuch wurde seither unternommen. So sagt man, dass der Troadkipperer noch heute sein Unwesen treibt. Im Dachgeschoß jenes Hauses, das heute an diesem unseligen Ort steht, werden nächtens unheimliche Poltergeräusche vernommen …

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