Die Nacht der Frau Holle

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Die Nacht der Frau Holle

Mit dem 5. Januar wird der Reigen der Raunächte beschlossen. Mit Einbruch der Dunkelheit verlassen wir das Reich der Frau Holle und Perchta. Und gerade deshalb galt gerade diese Nacht als besondere Nacht. Über die Frau Perchta haben wir schon geschrieben, nun wollen wir noch etwas näher auf diese letzte Nacht eingehen, mit denen die Raunächte abschließen. Es ist im Grunde die dreizehnte Nacht …

Die Nacht der Frau Holle

Die dreizehnte Nacht bildet den krönenden Anschluss der Raunächte. In der christlichen Mythologie erreichen nun die Drei Heiligen Könige, die Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern gefolgt waren, das Kind in der Krippe, um ihm als neuen König der Welt Geschenke zu überbringen: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Was in den letzten zwölf Tagen und dreizehn Nächten im Verborgenen gedieh, wird nun sichtbar, tritt in Erscheinung. Die Zeit der Dunkelheit ist vorüber, das Licht ist durch die finsteren Tage hinüber gerettet worden und kann nun alleine bestehen. Mit dieser letzten Nacht schließen sich aber auch die Pforten zu jenem Reich, das vom Heiligen Abend in unsere Wirklichkeit reichte und uns den Kontakt mit den Wesen aus der anderen Welt ermöglichte.

Die wilde Jagd trumpft auf

Es heißt, dass Frau Holle in dieser Nacht durch die Lüfte saust und noch einmal über die Faulen und die Fleißigen zu Gericht sitzt. Sie hat in Bezug auf alles, was in der vergangenen Nächten an Lose geworfen wurde, sie spricht letztes Wort, denn nur die sich ihr würdig erweisen und ihr Ehrfurcht entgegenbringen, werden auf das hoffen können, was sie sich in den Raunächten erwünscht und erträumt haben. Jedes Orakel wird erst mit dem Segen der Frau Holle in Erfüllung gehen. Darum hat man sich in dieser Nacht ganz besonders um ihre Gunst bemüht.

In vielen Gegenden stellte man Speisen auf das Dach des Hauses, damit sie sich im Vorbeiflug daran erfreuen könnte, oder man deckte ihr einen Tisch im Freien. Wer Frau Holle die Ehre erweist, den beschenkt sie vielleicht mit einem goldenen Flachsknoten oder mit Goldstücken am Grunde eines Eimers.

Der himmlische Wind

Zugleich ist es natürlich auch die Nacht auf den Dreikönigstag. Und daher geschehen auch noch einmal Wunder: Tiere sollen sprechen können und wer ihnen heimlich lauscht, wird die Zukunft erfahren. Genau um Mitternacht, so heißt es, öffne sich der Himmel und die Heilige Dreifaltigkeit erscheine. Wer dann nach oben blickt, dem gehen drei Wünsche in Erfüllung. An sich aber gilt diese letzte Raunacht als die gefährlichste und so sollte man besser zuhause bleiben. Anstelle dessen kann man genau um Mitternacht alle Fenster und Türen öffnen, sodass der segensreiche Dreikönigswind durch Haus fahren können, denn der nimmt das letzte Rest des Übels mit sich und trägt es weit fort, während er Glück hinterlässt.

Wünschelruten schneiden

Manche schneiden in dieser Nacht eine Wünschelrute, am besten aus dem Zweig eines Haselnussstrauchs, denn man sagt, dass diese unfehlbar sei. Wenn man sie nach einem der Namen der drei Magier aus dem Morgenland tauft, wird sie jeweils etwas anderes finden: Wer sie Caspar nennt, wird Gold finden, Balthasar findet Silber und Melchior findet Wasser.

C + M + B

Damit sind wir auch schon beim bekanntesten Brauch: dem Schutz des Hauses durch die Initialien der Heiligen Drei Könige. Diese werden, eingerahmt von den Ziffern des Jahreszahl, auf der Eingangstüre mit geweihter Kreide von den herumziehenden Sternsingern geschrieben: C+M+B. Auf diese Weise ist das Haus das ganze Jahr gegen Diebe, Unwetter und andere Übel geschützt. Einige sagen, dass dies nicht die Anfangsbuchstaben der Heiligen Könige sind, sondern des lateinischen Spruches: Christus Mansionem Benedicat – Christus möge dieses Haus segnen. Andere wiederum sagen, dass es sich um die Anfangsbuchstaben der „drei Heiligen Madl“ handelt: Catharina, Margarete und Barbara. Sie sollen die christliche Erinnerung an einer heidnische dreifältige Göttin sein, vielleicht auch an die drei Schicksalsfrauen, wie sie in vielen Mythologien vorkommen. Diese spinnen das Schicksal jedes einzelnen Menschen – ganz so wie Frau Holle. Hier schließt sich der Kreis.

Als Clubmitglied hörst du – passend zur Nacht der rau Holle – hier das Märchen der Frau Holle nach den Brüdern Grimm.

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