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Die Liebessage um die Frauenkirche in München

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Geschichten der Liebe unterm Liebfrauendom

Heute liegt wirklich schon der Frühling in der Luft! Es zieht mich in die Münchner Innenstadt und mit Entzücken sehe ich, dass die dicken und dunklen Stoffe der Kleider in den Schaufenstern Platz gemacht haben für Pastelltöne und luftige Materialien. Vor dem Brunnen der Frauenkirche, der noch im Winterschlaf unter seiner Holzüberdachung schläft, sitzen schon die ersten Münchner. Ich setze mich dazu, und ich schreibe diese Geschichte mit Blick auf den Dom, um den sich eine berührende Liebessage dreht.

Die Kirche zu Unserer Lieben Frau

Bevor an jener Stelle die berühmte Münchner Frauenkirche gebaut wurde, stand hier eine kleine, ganz unscheinbare Kirche. Zu „Unseren Lieben Frau“ hieß sie. Angelehnt an diese Bezeichnung, die selbstverständlich die Gottesmutter meint, erhielt die Frauenkirche dann ihren Namen. Im 13. Jahrhundert wuchs und wuchs die Einwohnerzahl Münchens rapide an, und bald drängten sich die Gläubigen Schulter an Schulter während der Messen.

Eines unglücklichen Tages, als die Kirche wieder brechend voll war, vernahm die Gemeinde von draußen Rufe: „Feuer! Feuer!“

Das Unglück vom schönsten Mädchen Münchens

Panik brach aus. Die Menschenmassen versuchten, die enge Kirche schnellstmöglich zu verlassen, rempelten und stießen einander um, trampelten rücksichtslos über die Kleineren und Schwächeren hinweg. Als die Gemeinde außer Atem und aufgelöst vor der kleinen Kirche stand, wurde klar, dass es sich um einen falschen Alarm gehandelt hatte. Doch im Menschenaufruhr war ein Unglück geschehen. Das schönste Mädchen Münchens war durch die Rempelei ums Leben gekommen. Ganz München trauerte um ihr reizendstes Kind.

Die verlorene Liebe des Herzogs

Einem Münchner ging diese Tragödie besonders zu Herzen: Herzog Sigismund. Er hatte abgedankt, um seinem nach Macht strebenden Bruder Herzog Albrecht IV das Feld zu überlassen. Als er jung gewesen war, hatte er eine Bürgerstochter geliebt. Allen Standesunterschieden zum Trotz wollte er sie, und nur sie, zur Frau haben. Doch das Mädchen lehnte diese Ehre ab, und heiratete einen Bürgersmann. Sie wusste nämlich von dem furchtbaren Schicksal der Baderstochter Agnes Bernauer, die grausam getötet worden war, weil ihr Schwiegervater, der Wittelsbacher Herzog Ernst, eine unstandesgemäße Verbindung mit seinem Sohn missbilligte. Sigismund blieb sein Leben lang unvermählt, wollte er doch nur diese eine Frau. Jahrelang tauschten er und seine Auserwählte verstohlene, unglückliche aber schicksalsergebene Blicke. Bis Sigismund sich zurückzog und sein Leben in Abgeschiedenheit verbrachte.

Weil seine Herzensdame dem verunglückten Mädchen ähnlich gesehen haben soll, und er ihren Tod nicht ohne Sinn lassen wollte, stiftete er München der Sage nach ein neues Gotteshaus – die Frauenkirche.

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Cathérine Fischer

AutorIn des Beitrags

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