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Die Beterin an der Mariensäule

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Die Beterin an der Mariensäule

Eine Münchner Sage zur Mariensäule am Marienplatz

Im Jahr 1812 stand eine Mutter mit ihrem Kind am Fuße der Mariensäule und beobachtete, wie die Truppen des bayrischen Heers in die Napoleonischen Kriege nach Russland zogen, darunter auch ihr Geliebter und der Vater ihres Sohnes. Da entdeckte die junge Frau ihren Mann unter den Soldaten und sprach zu ihrem Kind, es solle an der Säule auf sie warten, um ihrem Liebsten einen allerletzten Abschiedskuss zu geben. Sie spürte, dass sie ihn nie mehr wiedersehen würde. Als sie zurückkehren wollte, wurde sie von der Menge zu Boden gerissen und verlor das Bewusstsein. Nach vielen Tagen kam sie in einem Spital wieder zu Sinnen. Kaum war sie genesen, machte sie sich auf die Suche nach ihrem Kind – aber von diesem fehlte jede Spur. War es den Truppen nachgelaufen? Die junge Frau sah ihren Sohn nie wieder und auch ihr Mann kehrte nicht mehr aus dem russischen Winter nach Hause. Da verlor sie vor Kummer den Verstand. Tag für Tag setzte sich auf die Stufen der Mariensäule und betete stumm und einsam vor sich hin. Sie lebte nur von den Almosen der Vorübergehenden. Bald wurde sie als die Beterin an der Mariensäule bekannt war. Schließlich starb sie bettelarm und verwahrlost im Jahre 1854.

Text: Christopher Weidner
Sprecher: Mario Max

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Christopher Weidner

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