Der selige Winthir von Neuhausen

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Der selige Winthir von Neuhausen

Ein idyllischer Ort

Am heutigen 29. Dezember werden viele Heilige verehrt, darunter Thomas Becket, der Erzbischof von Canterbury war, als unser München gegründet wurde. Doch auch wir Münchner dürfen uns geehrt fühlen, einen Namen zu diesem Tag beisteuern zu können – den seligen Winthir von Neuhausen. Die Bilder zeigen die Idylle auf dem kleinen Friedhof um die Winthirkirche in dem heutigen Münchner Stadtteil.

Ein Eseltreiber aus Irland

Was wir über Winthir wissen, verrät nur der Volksmund. Es heißt, er sei um das Jahr 700, also lange vor der Gründung der Stadt München, nach Neuhausen gekommen. Dort arbeitete er als Säumer, das heißt als Eseltreiber. Während seiner Zeit in Neuhausen soll es weder Unwetter noch Viehseuchen gegeben haben, sodass er bis heute als Schutzpatron gegen dieses Unbill gilt. Auf ganz bescheidene, unaufdringliche Art soll er den Einheimischen das Christentum nahegelegt haben. Er lebte in einem kleinen Häuschen und ernährte sich vom selbst gezogenen Gemüse aus seinem Garten.

Ein irischer Gelehrter?

Manche erzählen, er wäre aus Irland gekommen und wäre auf seiner Wallfahrt in dem Dorf Neuhausen hängen geblieben. Möglicherweise ist er im Zuge der Mission iroschottischer Wanderprediger unterwegs gewesen, die nach der besonderen Form des keltischen Christentums lebten und lehrten. Es waren hochgebildete Mönche, weswegen man Irland auch die „Insel der Gelehrten“ nannte.

Wohlgeruch und Klopfgeräusche aus dem Grab

Es heißt, dass Besucher seines Grabes in der Kirche einen wundervollen Wohlgeruch wahrgenommen haben. In der Kirche selbst seien immer wieder Geräusche zu hören, wie Hämmern, Sägen und Klopfen. Wer den Seligen um Fürbitte bat, der wurde oft von langwierigen Leiden befreit, vor allen Dingen an Armen und Beinen.

Unter einer Linde begraben

Während des Spanischen Erbfolgekrieges unterstellten sich die Bewohner von Neuhausen und Gern dem Segen des Winthir – und blieben verschont. Im Jahre 1931 stürzte in einer schweren Gewitternacht am 6. August, dem Gedenktag des Seligen, der Turm der Kirche ein. Bei darauf folgenden Ausgrabungen entdeckte man die Gebeine des Seligen – unter einem Baumstumpf. Genau so also, wie es die Überlieferung will: der Selige Winthir hätte unter einer Linde seine letzte Ruhestätte gefunden. Seine Reliquien wurden erneut in der Winthirkirche in Neuhausen beigesetzt.

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