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Das Kabinett der Herzen

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Eine italienische Prinzessin in München

Auf unserer Liebestour können Sie der Geschichte einer echten Prinzessin begegnen. Henriette Adelaide von Savoyen aus Italien. Ihr Heimathof lag in Turin, im 17. Jahrhundert schon eine quirlige Stadt mit französischen und italienischen Kultureinflüssen. Gerade einmal 14 Jahre war sie alt, als man ihr mitteilte, sie werde nach Deutschland, nach München verheiratet. An den ebenfalls erst 14jährigen Ferdinand Maria, dem anstrebenden Kürfürsten von München.

Ferdinand Maria und Henriette von Savoyen

Die Prinzessin hatte es schwer zu Beginn. München stand im 17. Jahrhundert dem kulturellen Angebot von Turin noch weit nach, sie langweilte sich am Hof. Sie beherrschte nicht einmal die Sprache ihres Angetrauten. Und der stand unter dem Scheffel seiner dominanten Mutter, der Habsburgerin Maria Anna, die strenge Zeremonien am Hof einzuhalten wünschte. An der Münchner Residenz war außerdem noch das strenge Regime von Ferdinands Vater, Maximilian I, zu spüren, der seiner Stadt den gegenreformatorischen Katholizismus auferlegt hatte.

Ein zartes Band der Liebe entsteht

Nach einigen Jahren der Befangenheit begann eine Vertrautheit zwischen den zwanghaft vermählten zu entstehen. Ferdinand Maria, den man auch „den Friedliebenden“ genannt hatte, fing an, sich um die oft kränkelnde Henriette zu kümmern. Wich ihr nicht von der Seite, wenn sie wie so oft das Bett in ihren Räumen in der Münchner Residenz hüten musste. Anders als die meisten Männer pflegte Ferdinand keine Geliebten oder Mätressen zu haben. Er war seiner Henriette treu.

Große Gesten der Liebe

Um seiner Frau einen Rückzugsort zu schaffen, ließ Ferdinand Maria das Schloss Nymphenburg mit seinen herrlichen Parkanlagen für sie errichten. Zwölf Jahre nach der Hochzeit brachte Henriette dann den langersehnten Thronfolger zur Welt – Max Emanuel. Ihm zu Ehren gab das Kurfürstenpaar die Theatinerkirche in Auftrag – um ihrem Glück und ihrer Freude über den Sohn Ausdruck zu verschaffen.

Den schönsten Liebesbeweis von Henriette an ihren Ferdinand können wir in der Münchner Residenz bewundern. Sie ließ das sogenannte „Herzkabinett“ einrichten.

Das Herzkabinett in der Münchner Residenz

Ein kleiner Raum, der über und über mit Symbolen ihrer Liebe zu ihrem Mann ausgestattet ist: Herzförmige Bilderrahmen umgeben den beflügelten Amor, ein Liebesknoten, der die unauflösliche Verbindung zwischen den Liebenden zeigt, prangt an der Decke. Herzen, die von Pfeilen durchbohrt werden oder Herzen, die in Liebesflammen lodern und sich liebkosende Turteltauben zieren die Wände. Auf einer „Landkarte der Liebe“ können wir uns auf die Reise durch die Gefühle zwischen Ferdinand und Henriette begeben. Dort gibt es die „Stadt der Freundschaft“, den „Tempel der Liebe“ oder das „Tor der Treue“. Dadurch fließt der „Fluss der Zuneigung“, vorbei am „Wald der Liebenden“.

Ferdinand Maria und Henriette sind damit ein seltenes Beispiel für die arrangierten Ehen, in denen wahre Liebe entkeimt ist. Die Gesten und Zeichen ihrer Liebe können wir noch an vielen Plätzen in München nachspüren. Auf unserer neuen Tour „Im Zeichen der Liebe“ können Sie diese Orte aufsuchen.

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Cathérine Fischer

AutorIn des Beitrags

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